Projekt “Berliner Fahrradstraßennetz”

Fahrradstraßen werden in Berlin immer beliebter. Sie bieten Routen abseits des Autoverkehrs, ohne Lärm und Gestank, mit genügend Platz, um auch zu zweit nebeneinander zu fahren oder stressfrei überholen zu können. Bei der Wahl unseres Fahrradpreises vor vier Jahren gewann deshalb auch klar die Bergmannstraße als beste Fahrradinfrastruktur. Bisher planen die meisten Bezirke Fahrradstraßen jedoch ohne die Gesamtstadt im Blick zu haben, manche Bezirke verfügen sogar noch über keine einzige Fahrradstraße. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Konzept für ein berlinweites Netz von Fahrradstraßen zu erstellen.

Ziele des Fahrradstraßennetzes

Das Fahrradstraßennetz für Berlin soll sichere und komfortable Fahrradrouten in der Stadt schaffen, die wichtige Quellen und Ziele in der Stadt verbinden. Fahrradstraßen sollen dabei die bestehende Infrastruktur ergänzen und nicht ersetzen. Die wichtigsten Zentren sollen schnell miteinander verbunden und regionale Zentren integriert werden. Haltestellen des ÖPNV sollen mit hoher Priorität in dieses Gesamtnetz eingebunden sein. Das Hauptroutennetz und die bestehende Radinfrastruktur sollen ebenfalls vorrangig ins Netz integriert werden.

Bei der Konzeption des Netzes sollen insbesondere Radfahrerinnen und Radfahrer eingebunden werden. Sie sollen sich mit Vorschlägen für Routen in die Planungen einbringen können, die dann an Hand der in diesem Zielkonzept dargestellten Anforderungen und Kriterien überprüft werden.

Dabei erhöhen Fahrradstraßen nicht nur die Qualität des Radverkehrs. Sie ermöglichen es auch weitergehende verkehrsberuhigende Maßnahmen umzusetzen, um zum Beispiel mit geänderter Verkehrsführung den Durchgangsverkehr aus Wohnstraßen herauszuhalten.

Ablauf des Projektes

Zunächst wurden Kriterien für die Erstellung eines Fahrradnetzes erarbeitet. In diesen Prozess waren sowohl Verbände als auch BezirksvertreterInnen einbezogen, etwa in einem öffentlichen Fachgespräch. Die erarbeiteten Kriterien waren die Grundlage der Konzeption des Netzes, bei der vor Allem Radfahrerinnen und Radfahrer eingebunden wurden. Auf dieser Internetseite konnten sich Bürgerinnen und Bürger mit Vorschlägen für Routen in die Planungen einbringen, die dann auf Grundlage von den Anforderungsrichtlinien geprüft und auf einer Karte markiert worden sind.

Danach wurde ein Konzept für ein berlinweites Netz aus Fahrradstraßen und Radschnellwegen erarbeitet, was die Vorschläge verknüpft und ergänzt hat. In diesem Netz von sicheren und komfortablen Fahrradrouten sind die wichtigsten Zentren miteinander verbunden und regionale Zentren integriert.

Die Machbarkeitsstudie wurde im Juli 2014 veröffentlicht und belegt, dass ein Netz aus Fahrradstraßen und Radschnellwegen in den Berliner Verkehr implementierbar ist. Sowohl die rechtlichen als auch die realen Voraussetzungen sind gegeben. Entsprechende Verkehrsräume sind vorhanden.

  1. Anonymous

    Neukölln/ Oderstraße

    Vorschlag für eine Fahrradstraße: Oderstraße in Neukölln (Parallel zum Tempelhofer Feld, Ostseite). Verlängerung: Eschersheimer Straße.

    Eignung, weil:
    - hoher Radverkehrsanteil
    - kein hoher PKW-Durchgangsverkehr
    - keine ÖPNV-Nutzung
    - Anschluss an bestehende Radinfrastruktur besteht (Tempelhofer Feld, Hasenheide, Grünstreifen auf dem Britzer Autobahntunnel A100 über Verlängerung Eschersheimer Straße)
    - ausreichend breit, um beidseitiges Überholen mit dem Fahrrad zu ermöglichen
    - fast ausschließlich glatter Belag (Ausnahme: Kopfsteinpflaster zwischen Kreuzung Emser Straße und St. Thomas Kirchhof)
    - keine steilen Rampen zur Verkehrsberuhigung oder an Fußgängerquerungen
    - kann im Winter geräumt werden
    - keine Kreuzung mit Hauptverkehrsstraßen

  2. Pedaletta

    Ossietzkystraße zwischen Pankow Kirche und Schloss Niederschönhausen: Es ist ein Teilstück des Berlin-Usedom Radweges und einer vielgenutzten Nord-Süd Achse zwischen dem berliner Umland und Zentrum. Der Radanteil ist sehr hoch (u.a. viele Schüler), KFZ-Anteil ist hauptsächlich Schleichverkehr der den Stau in Breite Straße – Grabbeallee umfahren will. KFZ-Begegnungsverkehr blockiert sich dabei gegenseitig und natürlich auch den Radverkehr. Um das zu verhindern reicht die Anordnung “Fahrradstraße” sicher nicht aus. Deshalb sollte die Straße zusätzlich als eine für Radfahrer freigegebene Einbahnstraße ausgeschildert werden oder die Verbindung zum Majakowskiring für den KFZ Verkehr gesperrt werden.