Fahrradstraßen allgemein

Was sind Fahrradstraßen ?

Fahrradstraßen dürfen, wenn dieses nicht explizit durch ein Zusatzzeichen – wie “Anlieger frei” – erlaubt ist, nicht von anderen Fahrzeugen befahren werden. Dürfen andere Verkehrsteilnehmer eine Fahrradstraße befahren, dann maximal mit 30 km/h. KraftfahrerInnen müssen den Radfahrenden Vorrang einräumen und gegebenenfalls langsamer fahren um Radfahrende nicht zu behindern. Neben dem Kraftverkehr, kann die Straße auch für Inlineskater freigegeben werden.

Ziele des Fahrradstraßennetzes

Das Fahrradstraßennetz für Berlin soll sichere und komfortable Fahrradrouten in der Stadt schaffen, die wichtige Quellen und Ziele in der Stadt verbinden. Fahrradstraßen sollen dabei die bestehende Infrastruktur ergänzen und nicht ersetzen. Die wichtigsten Zentren sollen schnell miteinander verbunden und regionale Zentren integriert werden. Haltestellen des ÖPNV sollen mit hoher Priorität in dieses Gesamtnetz eingebunden sein. Das Hauptroutennetz und die bestehende Radinfrastruktur sollen ebenfalls vorrangig ins Netz integriert werden.

Bei der Konzeption des Netzes sollen insbesondere Radfahrerinnen und Radfahrer eingebunden werden. Sie sollen sich mit Vorschlägen für Routen in die Planungen einbringen können, die dann an Hand der in diesem Zielkonzept dargestellten Anforderungen und Kriterien überprüft werden.

Dabei erhöhen Fahrradstraßen nicht nur die Qualität des Radverkehrs. Sie ermöglichen es auch weitergehendverkehrsberuhigende Maßnahmen umzusetzen, um zum Beispiel mit geänderter Verkehrsführung den Durchgangsverkehr aus Wohnstraßen herauszuhalten.

Grundsätzliche Anforderungen

Fahrradstraßen sollen eine Bündelungswirkung für den Radverkehr entwickeln. Ihr Einsatz ist überall dort sinnvoll, wo der Radverkehrsanteil besonders hoch ist. Aber auch um Alternativen zu straßenbegleitenden Radverkehrsanlagen in den vonKraftfahrzeugverkehr hochbelasteten Straßen anzubieten. Fahrradstraßen sollen eine Netzfunktion für den Radverkehr darstellen. Fahrradstraßen dürfen daher nicht im Nichts enden, sondern müssen Anschluss an vorhandene Radinfrastruktur haben. Das Fahrradstraßennetz muss im Winter geräumt werden.

Der Kraftfahrzeugverkehr soll aus Fahrradstraßen herausgehalten werden. Wo dies nicht möglich ist, soll das Parken auf die Anwohnerinnen und Anwohner beschränkt und gegebenenfalls durch eine geänderte Verkehrsführung unterstützt werden. Um die Akzeptanz zu erhöhen ist eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Anwohnerinnen und Anwohner ist anzustreben.

In den Außenbezirken können Fahrradstraßen mit wenigen querenden Straßen auch als Radschnellwege dienen.

Bauliche Anforderungen

Fahrradstraßen müssen baulich für den Radverkehr geeignet sein. Der Straßenbelag muss sicheres und komfortables Radfahren ermöglichen. Straßen mit Kopfsteinpflaster sind daher prinzipiell ungeeignet. Grundsätzlich ungeeignet sind zudem Spielstraßen.

Steile Rampen zur Verkehrsberuhigung oder an Querungen für zu Fuß Gehende müssen vermieden werden. Die Breite des Straßenraumes muss ausreichend sein um beidseitig mit dem Rad überholen zu können.

Parken soll beidseitig in Längsaufstellung erfolgen, um Konflikte zwischen Aus- und Einparkenden und dem durchgehenden Radverkehr zu vermeiden. In Grünflächen sollte eine klare Trennung von Fahrradstraße und Fußwegen erfolgen.

Ungeeignet sind Straßen, die häufig von Hauptverkehrsstraßen des motorisierten Individualverkehrs gequert werden, Straßen, die selbst ein hohes Aufkommen von Kraftfahrzeugen und Lastkraftwagen aufweisen beziehungsweise wenn auf ihnen Linien des ÖPNV verkehren.

Artikel kommentieren/Vorschlag einreichen


* Pflichtfeld