Kriterien für Radschnellverbindungen

Die Radschnellverbindungen sollen von den Außenbezirken bzw. dem Berliner Umland bis in die Innenstadt führen. Sie sollen vor allem dort entlang geführt werden, wo eine Entlastung stark genutzter Pendlerverbindungen zu erwarten ist. Die Radschnellverbindungen sollen insbesondere Bezirkszentren und Gewerbestandorte mit vielen Arbeitsplätzen, wie Adlershof, Buch oder zukünftige Entwicklungsgebiete wie Tegel anbinden. Zusätzlich wäre eine möglichst durchgängige Radschnellverbindung entlang des S-Bahn-Rings wünschenswert.

 

Daraus ergeben sich folgende Kriterien für gute Radschnellverbindungen:

  • Wünschenswerte Mindestlänge von 5 Kilometern
  • Direkte, weitgehend umwegfreie Linienführung
  • Kreuzungsfreie Führung oder weitest gehende Bevorrechtigung an Knotenpunkten, wenn möglich Priorisierung durch Lichtsignalanlagen (grüne Welle), möglichst geringe Wartezeiten an LSA (max. 30 Sekunden)
  • Weitgehende Trennung zwischen Rad- und Fußverkehr
  • mögliche Führungsformen: bauliche Radwege, getrennter Geh- und Radweg, Fahrradstraße, Radfahrstreifen (Bauliche Trennung vom MIV bei Radfahrstreifen). Ausgeschlossen sind: verkehrsberuhigte Bereiche, verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche, Schutzstreifen
  • Breite möglichst 4m im Zweirichtungsverkehr zzgl. Sicherheitstrennstreifen, 3m im Einrichtungsverkehr zzgl. Sicherheitstrennstreifen
  • im Regelfall farbliche Markierung an Kreuzungen und bei angrenzendem Fuß- und Radweg
  • Beleuchtung
  • Regelmäßige Reinigung und Winterdienst
  • durchgängige Fahrradwegweisung, Infotafeln, Beschilderung
  • Service (evtl. Luftstationen, Rastplätze mit Abstellanlagen, punktuelle Überdachung als Regenschutz, etc.)

 

Weitere Kriterien, deren Umsetzbarkeit wir diskutieren, sind:

  • max. 20% längerer Weg im Vergleich zur kürzesten Verbindung und 10% im Vergleich zu parallelen Hauptverkehrsstraßen (ist das in Berlin als Kriterium sinnvoll?)
  • Eignung bisheriger Multifunktionswege nur bei geringer Fußgängerfrequenz oder ausreichender Breite, um Fußgänger und Fahrradfahrer zu trennen
  • Möglichst unabhängig vom KFZ-Verkehr geführt
  • Die Standards für Radschnellwege sollten auf mindestens 90% der Strecke eingehalten werden, auf den restlichen max. 10% mindestens die Standards der ERA 2010

 

 

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