Grüne Forderungen zur Radverkehrspolitik

Berlin wird fahrradgerechte Stadt                                 

Wir wollen die Sicherheit der Radfahrer*innen verbessern, um noch mehr Menschen für das Fahrrad zu begeistern. Es geht nicht nur um Maßnahmen, die objektiv Sicherheit schaffen. Die Berliner*innen müssen sich auf dem Rad auch sicher fühlen. Wir brauchen daher eine Radverkehrsinfrastruktur, auf der ein 10-jähriges Kind genau wie ein 80-jähriger Senior sicher unterwegs sein kann. Gute Radverkehrspolitik benötigt unterschiedliche Maßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen: Familien mit Kindern, Senior*innen oder sportliche Radfahrer*innen wünschen sich unterschiedliche Infrastrukturen und benötigen unterschiedliche Ansprachen und Kommunikationsmaßnahmen, um vom Radfahren begeistert zu werden.

  • Der Senat muss deutlich mehr Geld in die Radinfrastruktur investieren: Der Anteil an den Ausgaben für den Straßenverkehr muss dem Anteil des Radverkehrs entsprechen.
  • Eine ambitionierte Radverkehrspolitik kann nur mit der entsprechenden Personalausstattung vorangetrieben werden. Wir fordern daher zehn Vollzeitstellen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (inklusive der Verkehrslenkung) und je eine Stelle in den Bezirken.
  • Wir setzen uns für ein Netz aus Fahrradstraßen ein, das optimal mit der restlichen Fahrradinfrastruktur verknüpft ist. Dieses Netz von sicheren und komfortablen Fahrradrouten soll die wichtigsten Zentren miteinander verbinden und die Knotenpunkte des ÖPNV mit einbeziehen
  • Auf allen Hauptverkehrsstraßen sollen breite und komfortable Radverkehrsanlagen eingerichtet werden, um unterschiedlichen Geschwindigkeiten (Pedelecs…) gerecht zu werden. Radverkehrsanlagen sollten schon heute deutlich nach Möglichkeit 2-3 Meter breit sein, um auch zukünftig auszureichen.
  • Zugeparkte Radfahrstreifen oder sich rechts davon auf dem Parkstreifen öffnende Türen führen häufig zu gefährlichen Situationen. Daher sollten Radfahrer*innen nicht mehr zwischen parkende und fahrende Autos eingezwängt werden und auf stark befahrenen Straßen die Radstreifen vom Autoverkehr (und Fußverkehr) getrennt sein.
  • Mit Radschnellrouten wollen wir die schnelle Verbindung aus den Außenbezirken in die Innenstadt ermöglichen.
  • Viele Kreuzungen sind eine Gefahrenstelle für Radfahrer*innen. Maßnahmen wie farbige Markierungen, vorgezogene Haltelinien für Radfahrer*innen oder vorzeitiges Grün an Fahrradampeln müssen hier Sicherheit schaffen. Alle Stellen, an denen es in den vergangenen drei Jahren zu Unfällen mit Todesfolge kam oder die als Unfallschwerpunkte identifiziert werden, sollten innerhalb des nächsten Jahres umgestaltet werden.
  • Bei Baustellen müssen stets die Bedürfnisse von Radfahrer*innen berücksichtigt werden. Das abrupte Enden von Radwegen ist gefährlich und muss der Vergangenheit angehören.
  • Wir brauchen deutlich mehr Fahrradabstellanlagen, in der Nähe von U- und S-Bahnhöfen, vor Geschäften, aber auch im öffentlichen Straßenland. An den wichtigsten Knotenpunkten müssen Fahrradparkhäuser gebaut werden. Aber auch die Fahrt zum Arbeitsplatz oder zur Schule muss durch Abstellanlagen, Duschen und Schließfächer in Kooperation mit Firmen und öffentlichen Institutionen attraktiver gestaltet werden.
  • Radverkehr ist ein Querschnittsthema und sollte auch als solches von der Verwaltung behandelt und finanziert werden. Eine integrierte Planung ist eine Chance für die Entwicklung der Stadt. Sie verbessert die Qualität des öffentlicher Raums, entlastet den Autoverkehr, stärkt die Gesundheit, ist eine Chance für den Tourismus, das Klima und die Wirtschaft.

 

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